Sandmücken bekämpfen

Sandmücken breiten sich Mitteleuropa aus

Sandmücken waren vor einigen Jahren nur im Mittelmeerraum zu Hause und nördlich der Alpen unbekannt

In den letzten Jahren breiten sich Sandmücken in Mitteleuropa aus und übertragen auf Mensch und Tier gefährliche Krankheiten. Im Mittelmeerraum sind bis zu 80% aller Hunde mit Leishmaniose durch Sandmücken infiziert.

Der Biss einer Sandmücke lässt sich nicht ignorieren, denn er ist so schmerzhaft wie der unvermutete Stich mit einer Nadel. Weil den meisten unbekannt, bleibt die Sandmücke meistens unbemerkt.

Sandmücken sind in Mitteleuropa kaum bekannt

Wie sehen Sandmücken aus?

Sandmücken bekämpfen im Urlaub und zu Hause

Sandmücken bekämpfen steht bei den meisten Menschen nicht im Fokus, denn die winzigen Mücken sind oft unbekannt oder werden häufig verwechselt. Sandmücken haben nichts mit Flöhen oder Sandflöhen zu tun.

Sandmücken sind sogenannte Poolsauger; dass heißt, sie beißen winzige Stücke aus der Haut, um an ein Blutgefäß zu kommen.

Sandmücken sind sandfarben bis schwarz und fast vollständig mit Haaren bedeckt. Je nach Art schwankt ihre Größe zwischen 1,3 bis 4 Millimeter. Im Verhältnis zum Körper haben sie sehr große Augen.

Wichtiger Hinweis!

Es gibt etwa 700 Arten Sandmücken weltweit. Die folgenden detaillierten Beschreibungen beziehen sich ausschließlich auf die in Europa verbreiteten Arten.

Tropische Sandmücken kommen am Strand vor, sind tagaktiv, fliegen bei Wind und hinterlassen unzählige Bisse. Es gibt fast kein Mittel, um sich gegen sie zu schützen!

Am besten suchen Sie eine Apotheke an ihrem Urlaubsort auf. Dort kennt man sich am ehesten mit den dort heimischen Sandmücken aus.

Lebensraum und Verbreitung von Sandmücken

Sandmücken kommen weltweit vor

Sandmücken kommen in unterschiedlichen Arten in Australien, Afrika, Mittel- und Südamerika und Südeuropa vor und verbreiteten dort schwere Krankheiten. Das nördlichste Verbreitungsgebiet reicht von der Mongolei, über den Südwesten Kanadas und Paris.

Sandmücken bekämpfen in Mitteleuropa

Bis 1999 war man sicher, dass nördlich der Alpen keine Sandmücken vorkommen. Untersuchungen zeigten jedoch, das sich verschiedene Sandmückenarten in Richtung Norden ausbreiteten. In Süddeutschland und in der Umgebung von Köln wurden im Rahmen von Doktorarbeiten bereits einige Sandmücken gefangen.

Bei einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von 10°C können Sandmücken überleben und sich vermehren. Diese Durchschnittswerte werden immer öfter in der Rheinebene erreicht. Besonders in Scheunen und Gebäuden mit natürlichem Boden fühlen die Poolsauger sich wohl. Sandmücken bekämpfen wird in überwiegend ländlichenn Gebieten Deutschlands immer mehr zum Thema.

Sandmücken bekämpfen beim Urlaub am Mittelmeer

Mehrere Arten von Sandmücken gibt es im gesamten Mittelmeerraum und die Gefahr, durch einen Sandmückenbiss zu erkranken, wird unterschätzt. Sie kommen trotz des Namens nicht am Strand vor und fallen tagsüber nicht auf. Abends werden sie munter und treten gleich in Massen auf.

Sie sind streng nachtaktiv und beißen nur bei Windstille. Sandmücken überfallen Mensch und Hund am liebsten im Schlaf, denn sonst würden Sie oder ihr Hund sich gegen den schmerzhaften Biss sofort wehren.

Sandmücken bekämpfen – so verhalten sich Sandmücken

Sandmücken fliegen bei Dunkelheit und Windstille

Sandmücken werden eine Stunde nach Sonnenuntergang aktiv und verschwinden erst eine Stunde vor Sonnenaufgang in ihre Verstecke.

Sandmücken meiden windige Stellen und kommen deshalb an den Stränden des Mittelmeers nicht vor. Ab der zweiten bis dritten Häuserzeile hinter dem Strand finden Sandmücken genug Plätze, an denen sie sich tagsüber verstecken, um abends ungestört ihre Opfer zu suchen und zu beißen.

In Höhlen, Ställen oder an anderen dunkeln Orten sind Sandmücken auch tagsüber aktiv, wie beispielsweise in einem alten Eisenbahntunnel auf Korsika, einem seit langer Zeit bekannter Aufenthaltsort. Hier wurden Sandmücken zu Forschungszwecken gefangen (siehe auch in der Diplomarbeit aus dem Jahr 2008).

Schlechte Flieger bleiben am Boden – Sandmücken bekämpfen

Auf der Suche nach einem Opfer fliegen Sandmücken scheinbar ziellos umher. Wenn sie gelandet sind, laufen sie drei bis fünf Minuten hin und her, bevor sie den geeigneten Platz zum Beißen gefunden haben.

Die schlechten Flieger steigen selten höher als zwei Meter über dem Boden. Deshalb ist man ab dem zweiten Stockwerk sicher. Haben Sandmücken allerdings keine Gelegenheit zum Beißen, orientieren Sie sich an Lichtquellen und trauen sich, auch höher zu fliegen.

Tipps zum Sandmücken bekämpfen

So werden Sie nicht von Sandmücken entdeckt

Sandmücken kommen in Bodennähe vor, weshalb Sie Füße und Beine besonders schützen müssen.

Weite Sommerkleider sind ungeeignet, da schlüpfen Sandmücken einfach drunter. Lange Hosen sind besser, denn die Kleidung sollte den Körper so gut wie möglich bedecken.

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Die gängigen Abwehrmittel gegen Stechmücken helfen auch beim Sandmücken bekämpfen. Schützen Sie deshalb alle unbedeckte Hautstellen spätestens bei Einbruch der Dunkelheit mit Abwehrmittel gegen stechende Insekten. .

Hausmittel und Mückenschutzmittel auf rein pflanzlicher Basis funktionieren nicht, die Sandmücken werden trotzdem landen.

Sandmücken bekämpfen mit dem Moskitozelt

Zum Schutz vor Sandmücken hilft ein feinmaschiges Moskitozelt, wie es für nördliche Kriebelmücken verwendet wird. In südlichen Gefilden staut sich unter einem feinmaschigen Moskitozelt allerdings schnell die Wärme.

Hier sind imprägnierte Zelte mit einer größeren Maschenweite besser, wie sie auch zum Schutz vor Malaria in den Tropen eingesetzt werden. Notfalls können Sie das Zelt auch selbst imprägnieren.

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Ist das ein Sandmückenstich?

So erkennen Sie den Biss einer Sandmücke

Beim Biss einer Sandmücke spüren Sie sofort einen intensiven stechenden Schmerz, es sei denn, Sie sind im Tiefschlaf.

Sehen Sie sofort nach, ob noch andere Sandmücken zu sehen sind. Wenn ja, wechseln Sie besser rasch den Ort. An der Einstichstelle befindet sich meist eine kleine, blutende Wunde.

Wie bei allen Insektenstichen reagiert der Körper auf den Speichel der Sandmücke nach kurzer Zeit mit extremem Juckreiz, der deutlich intensiver wie bei einem Mückenstich empfunden wird.

Warten Sie nicht mit der Behandlung. Wichtig ist, den Juckreiz einzudämmen, damit der Einstich nicht aufgekratzt wird. Behandeln Sie den Stich der Sandmücke sofort mit einem thermoelektrischen Stichheiler.

Zur weiteren Stichbehandlung können sie Mittel verwenden, wie sie auch bei Mückenstichen eingesetzt werden.

Mögliche Folgen nach dem Biss einer Sandmücke

Beim Saugen injiziert die Sandmücke Stoffe aus ihrer Speicheldrüse, die die Blutgerinnung verhindern. Dadurch kommt es zu Blasen und Papeln auf der Haut, die mehrere Wochen nicht verheilen.

Diese Stichfolgen nach dem Biss einer Sandmücke treten nur dann auf, wenn Sie vorher noch nie gebissen wurden. Die häufig auftretende, allergische Reaktion trägt den Namen Harara, das arabische Wort für Hitze.

Wenn aus der Bissstelle eine große, nässende Wunde mit rotem Hof wird, müssen Sie den Arzt aufsuchen. Auch mit dem Stich verbundenes Unwohlsein oder Fieber deutet auf eine Infektion hin.

Beschreiben Sie genau, woher sie den Stich vermuten, denn viele Ärzte kommen nicht auf die Sandmücke. Möglicherweise haben Sie sich mit Leishmaniose infiziert und oft heilen die infizierten Stiche über mehrere Monate nicht ab.

Da Sandmücken immer stärker nach Norden vorrücken, ist man in den letzten Jahren sensibler auf das Thema Leishmaniose geworden.

Beratungsstelle für Leishmaniose

Es kann passieren, dass Sie nicht ernst genommen werden. Informieren Sie sich in diesem Fall bei einer Beratungsstelle oder dem Tropeninstitut, wenn Sie Auffälligkeiten nach dem Biss einer Sandmücke bemerken.

An der Charité in Berlin hat das Institut für Tropenmedizin eine Beratungs- und Dokumentationsstelle für Leishmaniosen eingerichtet.

Krankheiten durch Sandmücken – Sandmücken bekämpfen

Sandmücken übertragen weltweit schwere Krankheiten

Sandmücken übertragen in den Tropen sehr schwere Krankheiten, die in Europa nicht vorkommen.

Am Mittelmeer und in warmen Gebieten Mitteleuropas verbreiten Sandmücken Leishmaniose, die für Mensch und Tier gleichermaßen gefährlich ist.

Wegen der Verbreitung schwerer Krankheiten rückt das Sandmücken bekämpfen in Mitteleuropa immer mehr in den Fokus.

PHLEBOTOMUSFIEBER (SANDMÜCKENFIEBER)

Das Sandmückenfieber tritt oft im europäischen und afrikanischen Mittelmeerraum, in Indien und im westlichen Teil Asiens auf.

Die Sandmückenart, die es überträgt, wandert zunehmend nach Deutschland ein. Außerdem werden Urlauber von Sandmücken gebissen, und bringen den Erreger mit nach Hause.

Oroya-Fieber oder Peru-Warzen

Diese Krankheit kommt in Europa nicht vor. Das Oroya – Fieber wird nur auf den Hängen der westlichen Anden in Peru, Ecuador und Kolumbien übertragen.

Leishmaniose

Mindestens 30 Sandmückenarten können die Leishmaniose übertragen, wobei nicht nur der Mensch, sondern auch Hund und Katze gefährdet sind. Weltweit infizieren sich nach Schätzungen 1,5 bis 2 Millionen Menschen mit Leishmaniose.

Leishmaniose wird von Sandmücken übertragen und kommt hauptsächlich in Gebieten wie Brasilien, Indien, Sudan, Bangladesch und Nepal vor. In Europa und Nordafrika ist besonders der Mittelmeerraum betroffen.

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Leishmaniose tritt zunehmend in Deutschland und Mitteleuropa auf. Es sind mehrere Fälle bekannt, bei denen sich Menschen in Deutschland mit Leishmaniose angesteckt haben.

Es erkrankten Kinder, die sich noch nie in typischen Leishmaniose – Gebieten aufgehalten haben. Ihre Mütter dienten als Reservoir und wurden Jahre zuvor beim Aufenthalt in einem Risikogebiet infiziert, ohne nennenswert zu erkranken.

Leishmaniose ist tückisch. Die Ausprägung der Krankheit hängt von der Gegend, der Sandmückenart und dem Immunsystem von Mensch, Hund oder Katze ab.

Wird Leishmaniose behandelt, liegt die Sterberate bei drei bis zwanzig Prozent. Unbehandelt führt sie oft zum Tod.

Leishmaniose beim Hund – Sandmücken bekämpfen

Leishmaniose wird durch Hunde verbreitet

Hunde werden durch ihre Nähe zum Boden oft von Sandmücken gebissen. Deshalb sind Hunde am Mittelmeer, in Andalusien oder Sizilien sind es rund 80% aller Hunde, besonders häufig mit Leishmanien infiziert,

Vorsicht vor Importhunden

Sie rühren ans Herz und es fällt schwer, einen kranken oder bettelnden Hund nicht zu beachten. Doch gerade wild lebende Hunde aus Risikogebieten sind häufig unheilbar an Leishmaniose erkrankt. Verzichten Sie lieber auf einen solchen Hund als Urlaubsmitbringsel.

Wenn Sie einen Problemhund aus einem solchen Risikogebiet adoptieren, muss er sofort zum Tierarzt.

Leishmaniose bei Hunden kann nur dann erfolgreich behandelt werden, wenn sie noch nicht ausgebrochen ist.

So schützen Sie Ihren Hund im Urlaub vor Sandmücken

Ihr Hund braucht im Urlaub ein Halsband zum Schutz vor Sandmücken und somit vor Leishmaniose. Legen Sie ihm zwei Wochen vor Reiseantritt ein Halsband mit Deltamethrin um, damit er nicht von Sandmücken gebissen wird.

Dieses Halsband wurde speziell zum Schutz vor Sandmücken entwickelt und entfaltet erst nach 14 Tagen seine volle Wirkung.

Hundehalsbänder zum Schutz vor Sandmücken

Für kleine und mittlere Hunde

Für große Hunde

Lassen Sie Ihren Hund in einem Sandmückengebiet oder beim Urlaub am Mittelmeer nach Sonnenuntergang nicht mehr heraus.

Nehmen Sie ihn beim Gassigehen an die Leine, denn wenn er unbeaufsichtigt überall herumschnüffelt, wird er irgendwann von Sandmücken gebissen.

Nehmen Sie Ihren Hund nachts mit ins Haus, denn auch im Auto ist er nicht sicher. Bissige Sandmücken finden problemlos ausreichend große Ritzen, um in den Fahrgastraum zu gelangen.

Leishmaniose bleibt auch ohne Erkrankung im Körper.

Leishmaniose bleibt im Körper, ohne dass die Krankheit ausbricht - Sandmücken bekämpfen

Nehmen Sie Sandmücken bekämpfen im Urlaub oder in von Sandmücken befallenen Gegenden in Mitteleuropa ernst.

Eine infizierte Sandmücke überträgt beim Blutsaugen Leishmanien an Ihren Hund, was häufig unbemerkt bleibt. Er muss auch nicht erkranken, denn Leishmaniose bricht bei etwa der Hälfte aller Hunde nicht aus.

Als Reservoir trägt Ihr Hund unbemerkt die Leishmanien im Körper. Wenn er nach dem Urlaub am Mittelmeer zuhause in Deutschland von einer Sandmücke gebissen wird, nimmt sie die Erreger auf.

Werden Sie anschließend von der gleichen Sandmücke gebissen, erkranken Sie möglicherweise an Leishmaniose übertragen durch Ihren Hund. Direkt anstecken können Sie sich bei Ihrem Hund nicht, es braucht immer eine Sandmücke dazu.

Informieren Sie sich vor einem längeren Urlaub in Südeuropa oder am Mittelmeer über Leishmaniose. Wenn Sie im ländlichen Bereich leben, und Ihr Hund viel Auslauf hat, wird er auch zuhause von Sandmücken gebissen.

Sandmücken bekämpfen und ausrotten ist in beiden Fällen kaum möglich. Wenn Sie wissen, dass Ihr Hund von Sandmücken gebissen werden kann, fragen Sie am besten Ihren Tierarzt nach einer Impfung gegen Leishmaniose beim Hund.