Kleiderläuse bekämpfen

Im Herbst 1813 starben in der Nähe von Mainz  15.000 – 17.000 Mann aus Napoleons Heer. Geschwächt durch die schlechten hygienischen Bedingungen und der Winterkälte erkrankten Sie an Fleckfieber und so gesehen waren damals Kleiderläuse der größte Feind der Soldaten. 

Die Krankheit, die nur von Kleiderläusen übertragen wird, ging als „Typhus de Mayence“ in die Geschichte ein.

Kleiderläuse als Krankheitsüberträger

Kleiderläuse – selten und gefährlich

Krankheitsüberträger Kleiderläuse - Biteling

Nicht nur in Kriegszeiten übertrugen Kleiderläuse Krankheitserreger und sorgten so für die Verbreitung von Seuchen. Doch auch einfache Menschen erkrankten an Fleckfieber (Läusefieber), Rückfallfieber und das Fünftagefieber (Schützengrabenfieber).

Arme und kinderreiche Familien lebten damals auf dichtem Raum zusammen und trugen über längere Zeit die gleiche, meist ungewaschene Kleidung. Aus dieser Zeit, in der sich neben Kopf- und Kleiderläusen auch Flöhe und Bettwanzen auf den Menschen oder in dessen Nähe tummelten, stammt der Begriff „Lausbub“.

Die Erreger dieser durch Kleiderläuse übertragenen Krankheiten können nur durch Kleiderläuse und nicht durch Menschen weiter verbreitet werden. Dabei genügt es schon, wenn die Erreger eingeatmet oder durch Kratzen in die Haut eingerieben werden.

Unter unseren modernen hygienischen Bedingungen können Kleiderläuse nicht überleben. Ausgerottet sind sie aber deshalb nicht.

Werbung

In Krisengebieten mit überfüllten Flüchtlingslagern und in Massenquartieren wie Obdachlosenheimen treten Kleiderläuse immer noch auf. Besonders das Hilfspersonal ist hier gefährdet, denn ein einziger infizierter Stich reicht für eine Ansteckung bereits aus.

Vobeugung gegen den Befall mit Kleiderläusen

Kontrollieren Sie Kleidung aus dem Second-Hand Shop auf Kleiderläuse

Kleiderläuse sind Überträger gefährlicher Infektionskrankheiten und es besteht eine gesetzliche Meldepflicht beim Gesundheitsamt. Melden Sie jeden Befall, der Ihnen auffällt. Nur so können Sie helfen, die weitere Ausbreitung von Kleiderläusen und den schweren Infektionskrankheiten verhindern.

Kleiderläuse in gebrauchter Kleidung

Mit gebrauchter Kleidung und Textilien aus dem Second – Hand Shop können Sie Kleiderläuse einschleppen. Untersuchen Sie die Säume, denn dort verstecken sich Kleiderläuse am liebsten.

Waschen Sie die Kleidung wenn möglich bei sechzig Grad Celsius. Dabei werden Nissen, Nymphen und erwachsene Kleiderläuse sicher abgetötet. Empfindliche Kleidung können Sie mit einem speziellen Waschmittel gegen Läuse behandeln.

Kleiderläuse in Massenunterkünften

Wenn Sie beruflich oder freiwillig in Massenquartieren oder in Krisengebieten tätig sind, können Sie von Kleiderläusen gestochen werden. Beobachten Sie Ihr Umfeld genau, damit Sie einen Befall bei sich oder anderen frühzeitig feststellen können.

Imprägnieren Sie Ihre Kleidung mit einem speziellen Waschmittel, wie es auch als Schutz vor Stechmücken verwendet wird. Damit beugen Sie vor, das Kleiderläuse sich in den Säumen ihrer Kleider einnisten.

Mittel zum Imprägnieren der Kleidung beim Befall durch Kleiderläuse

Wenn Sie mehr über die Mittel zur Imprägnierung Ihrer Kleidung und Moskitonetze erfahren wollen, clicken Sie hier

Kleiderläuse bekämpfen

Kleiderläuse stechen am ganzen Körper

Kleiderläuse sehen Kopfläusen sehr ähnlich und verhalten sich weitestgehend auch so wie ihre bekannteren Artgenossen. Auch bei den Nissen gibt es keine großen Unterschiede im Aussehen.

Während Kopfläuse und Filzläuse ihr Leben auf dem Menschen verbringen, verstecken Kleiderläuse sich nach dem Saugen wieder in  Nähten, Falten und Säumen der Kleidung. Da sie hier auch ihre Nissen platzieren, können sie die Überreste mit dem bloßen Auge erkennen.

Kleiderläuse stechen am ganzen Körper, während Kopfläuse und Filzläuse nur auf dem Kopf oder im Genitalbereich stechen. Erheblicher Juckreiz geht von den Papeln aus, die den Stichen von Kopfläusen ähnlich sind.

Werbung

Wirksame Mittel gegen Kopfläuse helfen auch bei Kleiderläusen

Weil Kleiderläuse nicht auf dem Menschen leben, müssen außer der Umgebung nur die Stiche behandelt werden.

Kleidung und Textilien in der Umgebung müssen bei einem Befall mit Kleiderläusen bei mindestens bei sechzig Grad Celsius gewaschen, gebügelt und natürlich auch täglich gewechselt werden. Behandeln Sie die Kleidung mit einem Spray für Textilien oder verwenden Sie ein spezielles Waschmittel, wie es auch gegen Kopfläuse eingesetzt wird.

Umgebungsbehandlung beim Befall durch Kleiderläuse

So hungern Sie Kleiderläuse aus

Kleiderläuse sind äußerst zäh und können vier Tage ohne den Menschen überleben.

Wenn Sie in Ihren Textilien Kleiderläuse befürchten, verpacken Sie deshalb befallene Textilien in einen Plastikbeutel und verschließen diesen fest. Wenn Sie vier Wochen warten, sind alle Kleiderläuse und Nymphen verhungert.

Mit Hitze und Kälte gegen Kleiderläuse

Optimal entwickeln sich Kleiderläuse bei einer Umgebungstemperatur von dreiundzwanzig bis fünfundzwanzig Grad Celsius. Niedrigere Temperaturen wie im Winter werden im Gegensatz zu Kopfläusen und Filzläusen gut vertragen. Besonders tiefe Temperaturen von minus achtzehn Grad Celsius, wie sie in Gefrierfächern, -schränken und -truhen vorkommt vertragen Kleiderläuse allerdings nicht.

Verpacken Sie für die Bekämpfung von Kleiderläusen befallene Kleidungsstücke in Plastikbeutel und legen sie diesen verschlossen in die Gefriertruhe. Nach vierundzwanzig Stunden sind Nissen, Nymphen und erwachsene Kleiderläuse abgetötet.

Hitzebeständige Textilien und Gegenstände können sie auch im Backofen behandeln. Mit trockener Hitze von sechzig bis fünfundsechzig Grad Celsius für eine halbe bis eine Stunde töten sie Kleierläuse ab.

Stiche durch Kleiderläuse

Wie Sie Stiche durch Kleiderläuse richtig behandeln

Die Stichfolgen wie starker Juckreiz, Entzündungen oder Allergien äußern sich ähnlich wie bei Stichen anderer blutsaugenden Insekten. Die Stiche können Sie mit Mitteln, wie sie auch gegen Mückenstiche verwendet werden, behandeln.

Wie bei allen anderen Insektenstichen dürfen Sie hier keinesfalls kratzen. Das ist schwer, vor allem in der Nacht, wenn Sie die Stiche im Schlaf aufkratzen.

Wenn sie schwanger sind, müssen sie auf wirksame chemische Mittel vor Ende des dritten Monats verzichten. Auch bei sehr kleinen Kindern greifen Sie besser auf Hausmittel oder thermoelektrische Stichheiler zurück.

Wenn nichts mehr gegen Kleiderläuse hilft

Bei einem starken Befall durch Kleiderläuse empfiehlt das Gesundheitsamt das Verbrennen der Textilien. Wenn in Unterkünften und Wohnungen ein starker Befall festgestellt wird, muss ein Schädlingsbekämpfer eingeschaltet werden, der die Räumlichkeiten säubert.

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterPin on PinterestPrint this page