Filzläuse bekämpfen

Der Befall durch Filzläuse wird schnell zur Lachnummer in Ihrem Freundeskreis. Diese verständliche Reaktion basiert in der Regel auf einem unvollständigen Halbwissen, denn Filzläuse kann jeder bekommen.

Darüber zu reden ist sehr wichtig, denn Diskretion fördert hier nur die Verbreitung . Nichts gegen Filzläuse zu unternehmen ist dann wirklich eine Frage von mangelnder Hygiene und macht auf Dauer auch ziemlich einsam.

Filzläuse sind Spezialisten

Ein Leben im Untergrund

Filzläuse sind selten aber nicht ausgerottet - Biteling

Filzläuse sind absolute Spezialisten, die ihr ganzes Leben auf dem Menschen verbringen. Ohne menschliches Blut können sie höchstens eine Stunde überleben.

Temperaturschwankungen mögen sie gar nicht. Bekommt der Wirt zum Beispiel Fieber, wandern sie bereits ab.

Mit dem bloßen Auge sie kaum zu erkennen. Ihr breiter grau gefärbter Körper ist erheblich kleiner als der von Kopf- und Kleiderläusen. So bringen es die Weibchen der Filzläuse gerade mal auf 1,5 bis 2 Millimeter Länge. Noch kleiner sind die Männchen mit gerade mal einem Millimeter Körperlänge.

Sie bewegen sich langsamer als Kopfläuse und klammern sich meist am Schaft eines Haares fest.

Wenn nichts gegen den Befall durch Filzläuse unternommen wird, wandern sie vom Genitalbereich auf die Haare der Achselhöhlen, die Augenbrauen und Wimpern oder in männliches Barthaar ab. Dort sind sie dann für jeden sichtbar.

Als Krankheitsüberträger spielen Filzläuse im Gegensatz zur Kleider- und Kopfläusen keine Rolle.

Schon gewusst

Filzläuse – eine bedrohte Tierart?

In der letzten Zeit häufen sich die Meldungen über den Rückgang von Filzläusen. Es wird angenommen, das die Entfernung der Schambehaarung eine der Hauptursachen dafür ist. Vermissen wird sie wohl niemand doch ganz ausrotten lassen sie sich so schnell nicht.

Maximal fünfundzwanzig bis dreißig Nissen legt begattetes Weibchen im Laufe Ihres Lebens und somit deutlich weniger als Kopf- oder Kleiderläuse.

Acht bis zehn Tage nach der Eiablage schlüpfen die Nymphen. Diese häuten sich dreimal, bevor sich die Nymphen zu erwachsenen Filzläusen entwickeln.

Wenn sie nicht bekämpft werden, können sie ein Alter von drei Wochen erreichen.

Vorbeugung vor dem Befall durch Filzläuse

Wie Sie einen Befall durch Filzläuse verhindern

Filz- oder Schamläuse nisten sich in erster Linie auf den Haaren des Genitalbereichs ein. Deshalb werden vorwiegend Menschen im Jugend- oder Erwachsenenalter befallen.

Filzläuse werden wie Kopfläuse auch durch sehr engen Körperkontakt übertragen. Bei erwachsenen Menschen passiert das durch Geschlechtsverkehr, über die Bekleidung, durch Handtücher und Bettwäsche.

Die Parasiten können ohne Blut zu saugen etwa einen Tag überleben. Wenn sie ihren Wirt verlassen, können Sie in Hotels oder Unterkünften mit häufigem Wechsel der Bewohner deshalb auch ohne direkten Kontakt mit Filzläusen befallen werden.

Wenn Ihr Partner mit Filzläusen befallen ist

Wenn jemand mit Filzläusen befallen ist, hilft nur das strikte Vermeiden von Körperkontakt mit dem betroffenen Menschen.

Es ist eine Vertrauensfrage,  ob Sie einem befallenen Menschen die konsequente Bekämpfung  glauben.

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Nymphen und Filzläuse sind wegen ihrer geringen Größe und ihren langsamen Bewegungen kaum zu erkennen. Mit einer Übertragung von Filzläusen durch inkonsequente Behandlung rechnen weder der befallene Mensch noch Sie selber.

Auch auf nette romantische Gesten wie den Kleidertausch (T-Shirts oder Jeans) müssen Sie jetzt verzichten. Auch Hygieneartikel wie Kämme und Bürsten dürfen bis zur erfolgreich durchgeführten Behandlung nicht gemeinsam benutzt werden.

Der Befall mit Filzläusen kann als möglicher Beziehungskiller ein echtes Problem werden. Denken Sie jedoch daran, das der Partner noch ungehaltener wird, wenn er selber Filzläuse bekommt. Gehen Sie deshalb trotz aller Schwierigkeiten offen mit dem Thema um.

Es geht nicht darum, von Filzläusen Befallene auszugrenzen, sondern ausschließlich um die Bekämpfung der Parasiten. Nehmen Sie die Sache mit Humor, die meisten Menschen tun es auch.

Filzläuse erkennen

Filzläuse sind leicht zu finden

Wenn Sie einen dauerhaften Juckreiz und entzündete Haut im Bereich der Schambehaarung feststellen, ist das ein erster Hinweis auf Filzläuse. Die Stellen sind leicht zugänglich, deshalb können Sie Filzläuse und Nissen mit der Lupe oder bei genauem Betrachten auch mit dem bloßen Auge erkennen.

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Ein weiteres Indiz sind braun-rote Flecken in der Unterwäsche. Die Flecken sind vom Kot der Filzläuse zurück geblieben und färben sich beim Benetzen mit Wasser rot ein. An den Einstichstellen bilden sich kleine, blau oder auch grau verfärbte Hautflecken und Papeln die stark jucken.

Filzläuse bekämpfen

Mittel zur Bekämpfung eines Befalls durch Filzläuse

Bei aller Peinlichkeit ist es ein Trost, das Sie keine andere Läuseart schneller als Filzläuse los werden. Die Bekämpfung von Filzläusen ist durch deren Spezialisierung auf die Schambehaarung recht unkompliziert.

Wenn Sie einen Befall mit Filzläusen frühzeitig entdeckt haben, genügt es oft, die Schambehaarung zu entfernen. Der Juckreiz und weitere Stichfolgen verschwinden schnell.

Falls Sie den Befall nicht rechtzeitig bemerkt haben, können Filzläuse auch auf die übrigen Körperbehaarung abwandern. Dann bleibt Ihnen nur noch, sämtliche Körperhaare zu entfernen. Den Kopfbereich können Sie dabei aussparen, denn dort sitzen Filzläuse nicht. Auch auf den Augenbrauen sind sie sehr selten zu finden.

Auch wenn das Entfernen der Schambehaarung zur Bekämpfung der Filzläuse meist ausreicht, können Sie mit Shampoos oder Lotionen die Behandlung unterstützen. Hier können Sie auf die gleichen Mittel zurück greifen, wie sie auch beim Befall mit Kopfläusen eingesetzt werden.

Umgebungsbehandlung beim Befall mit Filzläusen

Wenn Sie Ihren Befall durch Filzläuse behandeln und sicher gehen wollen, behandeln Sie Ihre Umgebung mit. Die Mittel zur Kopflausbekämpfung helfen auch hier.

Zum Abtöten der Filzläuse auf Kleidungsstücken, in der Bettwäsche und auf Handtüchern packen Sie die Textilien in einen Plastikbeutel. Diesen verschließen Sie fest und öffnen ihn frühestens nach vierzehn Tagen wieder. Dann sind auch nachgeschlüpfte Filzläuse ausgehungert.

Nissen und Filzläuse können sie auch entfernen, wenn sie die Wäsche bei einer Temperatur von sechzig Grad Celsius waschen, oder ein spezielles Waschmittel gegen Kopfläuse verwenden.

Stiche von Filzläusen

Wie Sie Stiche von Filzläusen richtig behandeln

Weil Filzläuse durch das Entfernen der Haare verschwinden, lassen die Stichfolgen auch schnell nach. Falls Sie doch etwas gegen die Stichfolgen wie starker Juckreiz, Entzündungen oder Allergien tun wollen, können Sie Mittel gegen Mückenstiche verwenden.

Wie bei allen anderen Insektenstichen dürfen Sie hier natürlich keinesfalls kratzen.

Mehr Informationen über Filzläuse erhalten Sie hier

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