Alles über Kopfläuse

Der Befall durch Kopfläuse ist in Deutschland nach grippalen Infekten die zweithäufigste Kinderkrankheit. Immer noch wird mangelnde Hygiene als Auslöser eines Befalls mit Kopfläusen in Verbindung gebracht. Das stimmt natürlich nicht, wie Sie in folgendem Beitrag erfahren.

Informieren sie sich für eine erfolgreiche Bekämpfung über Nissen, Nymphen und das Verhalten erwachsener Menschenläuse. Da die Entwicklung von Filz- und Kleiderläusen ähnlich verläuft, werden stellvertretend die am häufigsten auftretenden Kopfläuse beschrieben.

Die wichtigsten Menschenläuse

Kopfläuse und Filzläuse können ohne Menschen nicht leben

Kopfläuse - Biteling

Blut saugende Läuse haben sich im Laufe der Zeit sehr auf einen bestimmten Wirt spezialisiert. Die am häufigsten auftretenden Menschenläuse bei uns sind

  • Kopfläuse
  • Kleiderläuse
  • Filzläuse

Von diesen drei Arten verbringen Kopfläuse und Filzläuse ihr ganzes Leben auf ihrem Wirt, ohne den sie rasch sterben. Kleiderläuse leben in der Kleidung und suchen Menschen nur zum Blut saugen auf. Bei Kleiderläusen allerdings sind Wissenschaftler noch nicht so sicher, ob es sich nicht um eine Unterart der Kopfläuse handelt.

Während Kopfläuse vorwiegend bei Kindern und Jugendlichen zu finden sind, halten sich Filzläuse fast nur bei Erwachsenen auf.

Die Entwicklung der Kopfläuse

Den Befall mit Kopfläusen bemerken Sie lange nicht

Kopfläuse sind kinderlieb - Biteling

Sieben bis zehn Nissen legen Kopfläuse am Tag

Nur einmal wir das Weibchen der Kopfläuse befruchtet, um ihr Leben lang Eier zu legen. Diese 0,8 mm großen gelblich – weißen Eier und Kokons werden Nissen genannt, die besonders im Nacken, an den Ohren und Schläfen zu finden sind. Hier herrscht eine konstante Temperatur und Luftfeuchte und die Haare sind besonders dicht.

Sieben bis zehn Nissen am Tag werden vom Weibchen in unmittelbarer Nähe zur Kopfhaut senkrecht auf das Haar geklebt. Der Kleber, ein wasserunlösliches, chitinhaltiges Sekret, hat eine ähnliche Struktur wie das Haar und härtet zu einer kaum entfernbaren Masse aus.

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Nissen bei Kopfläusen - Biteling

Die Nissen der Kopfläuse bestehen aus dem Ei, dass von einer Chitinhülle mit Deckel umgeben ist. Diese Hülle schützt das Ei vor Umwelteinflüssen und vor Chemikalien. Durch eine Atemöffnung im Deckel wird das Ei mit Sauerstoff versorgt.

Da die Haare etwa einen Zentimeter im Monat wachsen, kann das Alter der Nissen am Wachstum der Haare bestimmt werden. Einfach abstreifen können Sie die Nissen nicht. Beim Wechsel der Kopfbedeckung zum Beispiel werden höchstens trächtige Weibchen übertragen.

Die Larven der Kopfläuse saugen bereits Blut

Nach sieben bis maximal zehn Tagen schlucken die die Larven der Kopfläuse Luft und stoßen sie durch den After wieder aus. Mit Hilfe des Überdrucks in der Nisse können sie nun den Deckel absprengen.

Die Larven werden Nymphen genannt und sehen erwachsenen Kopfläusen schon sehr ähnlich. Allerdings sind sind sie deutlich kleiner und besitzen noch unvollständige Klammerbeine. Mit diesen noch unterentwickelten Beinen können sie den Wirt nicht wechseln.

Wenn die Nymphe nicht innerhalb von einer Stunde sticht und das erste Mal Blut saugt, verhungert sie. Während ihrer Entwicklung zu erwachsenen Kopfläusen häuten sie sich dreimal.

Kopfläuse überleben keine zwei Tage ohne den Menschen.

Kopfläuse haben starke Klauen - BitelingNach der dritten und somit letzten Häutung sind Kopfläuse zwei Millimeter lang und ausgewachsen. Ihr weitgehend transparenter Körper ist im Haar kaum zu erkennen. Der Körper der Kopfläuse färbt sich rotbraun, wenn Sie Blut gesaugt haben.

Ausgestattet mit kugelartigen Gelenken und starken Muskeln sind Kopfläuse in der Lage, sich auf dem Kopf ihres Wirts rasch zu bewegen. Mit ihren klauenartigen Beinen halten sie sich an einzelnen Haaren fest und schwingen sich so von Haar zu Haar.

Hinter den Ohren und im Nacken herrscht eine Temperatur von achtundzwanzig bis zweiundreißig Grad Celsius bei einer hohen Luftfeuchtigkeit von etwa siebzig Prozent. Wegen diesen idealen Umweltbedingungen halten sich hier die meisten Kopfläuse auf.

Licht mögen Kopfläuse überhaupt nicht. Trotz ihrer reduzierten Augen flüchten Sie bei Tageslicht oder dem Licht einer hellen Lampe schnell in die Dunkelheit. Mit entsprechenden Sinnesorganen in einer Grube am Ende ihrer Fühler können Kopfläuse riechen und schmecken.

Alle zwei Stunden saugen Kopfläuse und nehmen dabei nur winzige Mengen Blut auf, wobei sie ähnlich wie Mücken, Flöhe und Bettwanzen stechen. Ihr Stechrüssel setzt sich aus dem Rachen und Anteilen des Kiefers zusammen. Die Oberlippe hat eine kegelförmige Form, durch die der Rüssel austritt.

Gerinnungshemmender Speichel und ein Betäubungsmittel werden in die Stichwunde eingebracht. Zehn Minuten bis maximal eine halbe Stunde saugen Kopfläuse Blut und scheiden gleichzeitig Kot aus, der die Haut reizen kann.

Durch Bakterien im Darm der Kopfläuse wird das Blut mit Vitaminen angereichert. Länger als zwei Tage überleben auch erwachsene Kopfläuse ohne den Menschen nicht.

Historisches über Kopfläuse

Bereits unsere Urahnen wurden von Läusen geplagt. Erst als sich vor etwa 5,6 Millionen Jahren Mensch und Affe trennten, teilten sich auch die Lausarten in mehrere Unterarten auf. Es wird vermutet, das der moderne Mensch die Kopflaus auch auf den Neandertaler übertragen hat.

Wie Forschungen belegen, trennten sich Kopflaus und Kleiderlaus vor etwa 2 Millionen Jahren, als der Mensch seine Körperbehaarung weitgehend verlor und sich mit Kleidung bedeckte.

Nicht nur für Affen - lausen als soziale Komponente

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Inzucht bei Kopfläusen

Darum genügt eine einzige Kopflaus zur Vermehrung

Zwei bis drei Stunden nach dem Schlüpfen paart sich das Weibchen der Kopfläuse das erste und auch das einzige Mal. Nach zwei bis drei Tagen beginnt das Weibchen mit der Eiablage.

Eine einzige begattete Kopflaus reicht für die Weiterentwicklung. Inzucht spielt bei den Kopfläusen keine Rolle, die Vermehrung unter Geschwistern, die von einer einzigen weiblichen Kopflaus stammen, ist problemlos möglich.

Die kleineren Männchen bringen es auf ein Alter von nur fünfzehn Tagen. Ein Weibchen wird unter guten Bedingungen bis zu dreißig Tage alt und legt in dieser Zeit hundertfünfzig bis dreihundert Nissen.

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