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Alles über Bremsen

Bremsen – ein schmerzhafter Stich aus dem Nichts

Bremsen nerven im Hochsommer viele Menschen bei Outdooraktivitäten wie Baden, Kanufahren, Reiten, Wandern und Biken. Nach hartnäckiger Verfolgung landen sie unbemerkt und beißen blitzschnell zu, um an Ihr Blut zu kommen.

Die Regenbremse ist die häufigste Bremsenart in Mitteleuropa - Alles über Bremsen

Dünne Sommerbekleidung ist für Bremsen kein Hindernis und der Biss einer Bremse, auch fälschlicherweise Bremsenstich genannt, ist sehr schmerzhaft.

Bremsen setzen nicht nur den Menschen, sondern auch Tieren heftig zu. Die Pferdebremse oder Viehbremse umkreist im Gegensatz zu anderen Bremsenarten ihr Opfer mit lautem Brummen, bevor sie beißt.

Da der Biss einer Pferdebremse für Tiere ebenfalls sehr schmerzhaft ist, treiben Sie Pferde und Rinder nicht nur durch lautes Gebrumm zur Verzweiflung. Manchmal muss das Großvieh während der Bremsensaison im Juli im Stall bleiben.

Bremsen tragen viele Namen – Alles über Bremsen

Dase, Faulstich oder blinder Kuckuck - Bremsen tragen viele Namen - Alles über Bremsen

In Norddeutschland wird die Bremse oft auch Dase (von Dasselfliegen) oder Blinde Fliege (vermutlich, weil Bremsen sich leicht erschlagen lassen) genannt.

Im Süden Deutschlands und in Teilen von Österreich und der Schweiz heißt sie Bräme oder Brämer.

Blinder Kuckuck sagen die Westdeutschen zu ihr, während sich die Bezeichnungen Gewitterbremse oder Faulstich regional nicht zuordnen lassen.

Dase, Faulstich oder blinder Kuckuck - Bremsen tragen viele Namen - Alles über Bremsen

In Norddeutschland wird die Bremse oft auch Dase (von Dasselfliegen) oder Blinde Fliege (vermutlich, weil Bremsen sich leicht erschlagen lassen) genannt.

Im Süden Deutschlands und in Teilen von Österreich und der Schweiz heißt sie Bräme oder Brämer.

Blinder Kuckuck sagen die Westdeutschen zu ihr, während sich die Bezeichnungen Gewitterbremse oder Faulstich regional nicht zuordnen lassen.

Bremsen – vom Ei zur erwachsenen Bremse

Bremsen vermehren sich im Schlamm – Alles über Bremsen

Nach der Paarung legt das befruchtete Weibchen der Bremse in der Nähe von Gewässern ein Eipaket von bis zu 1000 Eiern ab und heftet sie an die Stängel von Pflanzen.

Im Schlamm, Matsch, in feuchter Ackererde aber auch im Wasser entwickeln sich etwa 12 mm lange, weiße und walzenförmige Bremsenlarven, die durch die Haut atmen und sich vorwiegend von organischen Überresten, Aas und anderen Larven ernähren.

Die Dauer der Entwicklung ist temperaturabhängig und geht im Sommer entsprechend schneller vor sich. Wenn es so weit ist, suchen die Larven zur Verpuppung trockeneres Gelände auf. Nach 1 – 4 Wochen schlüpft die erwachsene Bremse.

In Mitteleuropa entwickeln sich Bremsen normalerweise im Jahreszyklus, wobei es in kalten Gegenden 2-3 Jahre dauert, bis sich die nächste Generation erwachsener Bremsen schlüpft.

Mitteleuropäische Bremsen sind tagaktiv und fliegen von Mai bis Oktober, wobei Bremsen im Juli Hochsaison haben. 

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Bei Bremsen haben die Geschlechter unterschiedliche Flugzeiten und treffen sich nur zur Paarung. Während die Männchen vorwiegend in den frühen Morgenstunden aktiv sind, suchen Bremsenweibchen besonders am späten Vormittag und frühen Nachmittag Ihre Opfer.

Wie bei Stechmücken ernährt sich das Männchen ausschließlich von Blütennektar. Weibliche Bremsen brauchen nach der Paarung Proteine und müssen wenigstens einmal Blut saugen, damit sich die Eier optimal entwickeln.

Bremsenarten in Mitteleuropa – Alles über Bremsen

Nur drei Bremsenarten werden lästig – Alles über Bremsen

Etwa 4000 verschiedene Bremsenarten gibt es weltweit, davon etwa 60 Arten in Deutschland und Mitteleuropa. Neben einer Reihe vom Aussterben bedrohter Bremsenarten bleiben in unseren Breiten noch 3 Arten übrig. 

Auf der Nordhalbkugel ist die 8 – 12 mm große Regenbremse, auch Gewitterbremse oder Regenbogenbremse genannt, am häufigsten verbreitet. Sie kommt bis zu einer Höhe von 2000 Metern vor. Die zweite Bremsenart, die Menschen beißt, ist die Goldaugenbremse, die durch große, schillernde Augen auffällt.

Die einheimische Goldaugenbremse hat besonders schöne Augen. Auch sie ist in Mitteleuropa häufig zu finden - Alles über Bremsen

Die Pferdebremse oder Viehbremse hat sich auf Großvieh spezialisiert und erschreckt Menschen wegen ihrer Größe, ihres zackigen Flugstils und durch bedrohliches Brummen.

Bremsenarten in Mitteleuropa haben besonders große, farbintensive und schillernde Augen. Ansonsten ist der graubraun gefärbte, borstenfreie Körper eher von schlichter Schönheit.

Bremsen im Hochsommer

Bremsen beissen – stechend ist nur der Schmerz

Bremsen werden durch einen Cocktail verschiedener Gerüche, der Körpertemperatur und dem ausgestoßenen Kohlendioxyd angezogen. Farbe und Größe ihres Opfers können Bremsen mit ihren großen Augen gut erkennen.

Die Regenbremse oder Goldaugenbremse nähert sich dem Menschen völlig lautlos und kann meist nicht sofort landen und auch der erste Versuch, Blut zu saugen, schlägt fehl. Hartnäckig verflogt die Bremse Sie über lange Strecken und erreicht dabei Geschwindigkeit von 40 bis 70 Stundenkilometern.

Bremsen stechen nicht, sondern beißen. Sie sind sogenannte Poolsauger und schneiden, sofort nachdem sie auf der Haut gelandet sind, mit fünf Stechborsten eine blutende Wunde.

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Sofort spüren Sie einen stechenden Schmerz, ähnlich wie bei einem Wespenstich, da die dicken, groben Mundwerkzeuge Blutgefäße aufreißen und Nervenenden verletzen. 

Damit das Blut nicht verklumpt, geben Bremsen in die Stichwunde ein gerinnungshemmendes Mittel ab. Es heißt nach dem lateinischen Namen der Bremsen (Tabanidae) Tabanin und sorgt dafür, dass Bremsenstiche sehr lange nachbluten. Bei Pferden oder Großvieh werden diese Blutungen auch oft von anderen Parasiten genutzt, wenn die Bremse schon längst weg ist.

Jetzt nimmt die Bremse etwa 0,2 ml vom austretenden Blut auf. Durch den stechenden Schmerz beim Biss werden Bremsen häufig gestört und müssen meist mehrere Opfer aufsuchen.

Auch beim Stechen sind Bremsen äußerst hartnäckig. Wird die Bremse vertrieben oder gar verletzt, kommt sie sofort zurück und gibt auch nach mehreren erfolglosen Versuchen nicht auf.

Krankheiten durch Bremsenstiche – Alles über Bremsen

Diese Krankheiten werden von Bremsen verbreitet – Alles über Bremsen

Bremsen können mit ihren großen Mundwerkzeugen Viren und Bakterien an Menschen und Tiere übertragen und Krankheiten verbreiten.

Krankheiten durch Bremsen in Mitteleuropa

Bremsen übertragen beim Stechen Milzbrand, die weilsche Krankheit und Tularämie (Hasenpest) an den Menschen. Nachgewiesen ist auch die Übertragung der Lyme-Borreliose durch den Bremsenstich. Nie bis sehr selten, aber möglich, ist die Verbreitung von Aids, da die Viren von Aids in den großen Mundwerkzeugen von Pferdebremsen eine Zeit lang überleben können.

Pferde werden bei uns vorwiegend mit der infektiösen Anämie infiziert, die aber in Mitteleuropa selten geworden ist.

Malaria durch Bremsen in den Tropen

Neben vielen übertragenen Krankheiten bei Tieren fanden sich Nachweise der Übertragung von Malaria, da sich die Erkrankten außerhalb des natürlichen Vorkommens der Tsetse – Fliege ansteckten. Hier wird von einer Infektion durch Bremsenstiche ausgegangen.