Alles über Bettwanzen

Bettwanzen gehören zu Familie der Plattwanzen, die alle vom Blut von Vögeln und Säugetieren leben. Nur zum Blut saugen suchen sie ihren Wirt auf. Weltweit achtzig blutsaugenden Wanzenarten sind bekannt, wovon sechs in Europa verbreitet sind.

Durch die Globalisierung und vermehrte Reisetätigkeit werden Bettwanzen zunehmend weltweit verschleppt. Die typischen Zivilisationsfolger machen auch vor Konzerthallen oder der U-Bahn nicht Halt.

Vorkommen von Bettwanzen

Bettwanzen breiten sich wieder aus

Selten alleine - Bettwanze im Großformat - BitelingDie nördliche Verbreitung von Bettwanzen reicht bis zum 65. Breitengrad und endet somit knapp unterhalb des nördlichen Polarkreises. Bis auf eine Höhe von zweitausend Metern können Sie Bettwanzen in den Alpen antreffen.

Sie sind stark an Mensch und Tier gebunden und halten sich vorwiegend in Wohnungen, Ställen, Bauten von Säugetieren und Vogelnestern auf.

In den letzten zwanzig Jahren häufen sich die Meldungen der Schädlingsbekämpfer aus großen Städten wie zum Beispiel New York, London oder Zürich über eine erneute Zunahme von Bettwanzen.

Historisches über Bettwanzen
Die Stammform der heutigen Bettwanzen lebte vor etwa dreihundert Millionen Jahren, wie man aus Fossilienfunden weiß. Aus ihr entwickelten sich alle Wanzenarten, wobei sich die Bettwanze als Kultur- und Zivilisationsfolger sehr gut an die menschlichen Lebensgewohnheiten angepasst hat.
Menschen und Bettwanzen entwickelten sich gemeinsam

Globaler Handel, vermehrte Reisetätigkeit und der internationale Handel mit Gebrauchtwaren führen zu einer erneuten Ausbreitung diesmal über große Distanzen.

Die Bekämpfung von Kakerlaken ist ein weiterer Grund für das Comeback der Bettwanzen. Während man früher weiträumig Insektizide sprühte, werden Kakerlaken heutzutage mit Fressködern bekämpft. Somit sterben zwar die Kakerlaken, doch die Bettwanzen bleiben unbeschadet, wo sie sind. 

Sendung W wie Wissen in der ARD am 21.11.2010

Filmtipp

Neben Hotels und Herbergen sind besonders Orte gefährdet, die einen hohen Wechsel an unterschiedlichen Bewohnern aufweisen. Das sind

  • Kasernen
  • Jugendheime
  • Obdachlosenheime
  • Wohnungen von Asylbewerbern
  • Gefängnisse

Doch auch in gemieteten Wohnwagen oder Reisemobilen oder auf gebrauchten Möbeln können sich Bettwanzen aufhalten.

Entwicklung von Bettwanzen

Vom Ei zur fertigen Bettwanze

Entwicklungsstadien von Bettwanzen - Biteling

Bettwanzen verstecken ihre Eier sorgfältig

Zwei bis zehn ein Millimeter große, milchig weiße Eier legt das Weibchen der Bettwanzen am Tag. Sorgsam versteckt sie die Eier, die bereits Embryonen enthalten, in dunklen Ritzen, Möbeln oder Abdeckungen meist in der Nähe des Unterschlupfs. Niemals werden die Eier auf dem Menschen oder in der Kleidung versteckt oder abgelegt.

Klein und doch fast erwachsen – Larven der Bettwanzen

Nach fünf bis zwanzig Tagen schlüpfen die Larven der Bettwanzen. Sie sind durchsichtig und kleiner als einen Millimeter, sehen aber sonst wie ein erwachsenes Tier aus.

Bereits jetzt saugt die Larve der Bettwanze Blut, das den durchsichtigen Körper dunkelrot färbt.

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In fünf Stadien entwickeln sich die Larven jetzt zu erwachsenen Bettwanzen, wobei sie in jedem Stadium einmal Blut saugen müssen.

Es macht ihr allerdings nichts aus, bei ungünstigen Verhältnissen auch mal neun Monate zu hungern.

Wie schnell sich die Larve zur erwachsenen Bettwanze entwickelt hängt stark von Temperatur und Luftfeuchtigkeit ab.

Entwicklung der Larven von Bettwanzen

Entwicklungsdauer Temperatur
20 Tage 30°C
40 Tage 22° C
Ein Jahr 14 – 22° C
Keine Entwicklung unter 14°C

Die erwachsenen Bettwanzen

Bettwanzen sind behaart, rotbraun, etwa vier bis fünf Millimeter lang und flügellos. In hungrigem Zustand sind sie von der Seite betrachtet papierdünn, wobei die Weibchen größer als die Männchen sind. Bettwanzen finden durch Wärme und Kohlendioxyd ihre Opfer.

Der Stechapparat von Bettwanzen ist ähnlich wie bei Stechmücken und Flöhen aufgebaut. Auch der Stechvorgang und die hinterlassenen Fremdeiweiße im Körper sind mit einem Mücken- oder Flohstich vergleichbar.

Einmal in der Woche saugen Bettwanzen bis zu sieben Milliliter Blut. Der ganze Stechvorgang dauert nur drei bis sieben Minuten. Dabei nehmen sie das siebenfache an Gewicht zu und können sie schon einmal bis zu neun Millimeter Größe anschwellen. Nach der Blutaufnahme ist die Bettwanze nicht mehr platt, sondern eher rundlich und fast schwarz gefärbt.

Trotz ihrer sehr kleinen fast blinden Facettenaugen können Bettwanzen Unterschiede der Helligkeit hervorragend wahrnehmen. Bettwanzen lieben die Dunkelheit und fliehen das Licht sofort.

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Werden Bettwanzen gestört, geben sie ein Duftstoff ab, der zur Zerstreuung der Tiere führt. Deshalb können Sie einen Befall mit Bettwanzen auch am typisch süßlichen Wanzengeruch erkennen.

Wenn Sie ein Versteck entdecken, ist das zunächst ziemlich eklig. Bettwanzen kennen keine Reinlichkeit und leben zusammen mit Eiern, Larven, abgestorbenen Tieren, Kot und Resten der Häutung der Larven zusammen in einem Nest.

Werden Bettwanzen nicht gestört, können sie durchschnittlich ein halbes bis ein Jahr alt werden.

Paarung und Vermehrung der Bettwanzen

Bettwanzen vermehren sich sehr unromantisch und spektakulär. Ohne große vorhergehende Werbung wird das Weibchen vom Männchen überfallen.

Am Bauch des Wanzenweibchens befindet sich eine leichte Schwellung. Darunter liegt ein Organ, das vom Männchen gefunden wird. Das Männchen durchsticht die Haut an dieser Stelle und platziert die Spermien in eine Tasche.

Im Körper des Weibchens finden die Spermien ihren Weg zu den Eiern, die sie befruchten. Die Öffnung für die Eiablage im Körper des Weibchens ist ausschließlich dafür vorgesehen.

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