Die gemeine Stechfliege

Die gemeine Stechfliege – können Fliegen stechen?

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen an einem warmen Sommertag in Ihrem Büro, zu Hause auf dem Balkon oder in einem kühlen Raum bei geöffnetem Fenster. Da werden Sie durch einen stechenden Schmerz an Ihrem Bein jäh aus Ihren Gedanken gerissen. Sofort schauen sie nach dem Übeltäter, doch eine Mücke, Biene oder Wespe können Sie nicht finden.

Immer noch auf der Suche nach dem Insekt verscheuchen sie die lästige Fliege genervt. Erst als Sie den Blutstropfen bemerken, der sich an der schmerzenden Stelle bildet, werden Sie misstrauisch. Aber eine harmlose Fliege kann doch nicht stechen, oder?

Doch, sie kann! Allerdings haben Sie es nicht mit einer Stubenfliege sondern mit dem gemeinen Wadenstecher oder der gemeinen Stechfliege zu tun.

Stechfliegen erkennen

Die gemeine Stechfliege – ein Meister der Täuschung

 

Die gemeine Stechfliege sieht wie eine harmlose Stubenfliege aus

Die gemeine Stechfliege – gut erkennbar ist der kräftige Stechrüssel

Bildquelle: Wikipedia

Stomoxys calcitrans
von User:Pavel Krok

Die gemeine Stechfliege liebt die Wärme und hat ihre Hauptsaison von Juni bis Oktober. Da sie sich gerne in geschlossenen Räumen wie Ställen, Wohnräumen und Schuppen aufhält, kann Sie aber auch bis in den Spätherbst noch lästig werden.

Ihr Lieblingswirte sind Nutztiere wie Rinder oder Pferde, die sie gerne in den Bauch sticht. Allerdings ist sie nicht wählerisch und verschmäht Ihre zufällig vorbeikommenden Waden nicht.

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Besonders gefährdet sind Sie, wenn Sie mit Pferden arbeiten oder sich sonst auch häufig in Ställen oder in der Nähe von Vieh aufhalten. Doch auch in Wohnungen, in Büros oder in Besprechungsräumen (sehr lästig!) verirrt sich die gemeine Stechfliege gelegentlich.

Wenn Sie einen Verdacht haben, sollten Sie die Fliege, wenn möglich, mal genau ansehen. Der kräftige Stechrüssel steht vom Kopf ab und ist leicht erkennbar. Dadurch lässt sich die gemeine Stechfliege gut von der Stubenfliege unterscheiden.

Beide Geschlechter der gemeinen Stechfliege saugen Blut

Als sogenannter Kapillarsauger sticht die gemeine Stechfliege in ein kleines Blutgefäß unter der Haut. Ungestört kann Sie acht bis zehn Minuten saugen.

Wenn das Weibchen der gemeinen Stechfliege in einer Woche drei bis viermal Blut gesaugt hat, legt es zwischen fünfundzwanzig bis fünfzig Eier ins feuchte Stroh, in Mist oder altem Einstreu in Ställen, wo die Puppen auch überwintern. Im Gegensatz zu den Stechmücken saugen bei der gemeinen Stechfliege auch die Männchen Blut.

Stiche durch die gemeine Stechfliege verhindern

Die üblichen Insektenschutzmittel versagen bei Stechfliegen

Die Stech- oder Stallfliege ist ein wahrer Wolf im Schafspelz! Der gemeine Wadenstecher sieht für den Menschen wie eine normale Stubenfliege aus und verhält sich zunächst auch so. Obwohl die gemeine Stechfliege gar nicht so selten ist, rechnen Sie nicht damit, von ihr gestochen zu werden.

Ähnlich lästig wie eine Stubenfliege umkreisen sie Ihre Opfer immer wieder, bis sie einen Platz zum Stechen gefunden haben. Der Stich selber ist ziemlich schmerzhaft und die Blutsauger geben nicht so schnell auf.

Schon gewusstWirkungslose Insektizide gegen Stallfliegen

Kommt die gemeine Stechfliege in Ställen häufig vor, versetzt sie das Vieh in Stress und mindert den Ertrag des Landwirts an Milch und Fleisch. Bei erhöhtem Aufkommen in Ställen wurden deshalb auch in größerem Umfang Insektizide eingesetzt.

Die Folgen sind fatal, denn gegen die bisher üblichen chemischen Bekämpfungsmittel wirken nicht mehr gegen Stuben- und Stallfliegen. Die kurze Entwicklungszeit von vier Wochen bringt in kurzer Folge viele Generationen hervor, die Resistenzen bilden und weiter vererben. Bis zu achtzig Prozent der Stallfliegen sind gegen Deltamethrin ein wirksames Insektizid gegen Sandmücken und Flöhe, resistent geworden.

Um hier weiter zunehmende Resistenzen zu verhindern und eine vernünftige Lösung zu finden, wird schon länger intensiv geforscht und über die Gefahren aufgeklärt.

Weil Sie beim Urlaub auf dem Bauernhof auch mit Flöhen oder Sandmücken Bekanntschaft machen können, ist ein moderater Schutz mit einem guten Repellent auf jeden Fall sinnvoll. Durch die Inhaltsstoffe werden sie vergrämt und bleiben auf der Haut nicht sitzen.

Bedecken Sie in Ställen oder in der Nähe von Nutzvieh freie Hautstellen. Stechfliegen kommen mit ihrem kräftigen Stechrüssel zwar auch durch Kleidung, tun sich aber deutlich schwerer. Wenn Sie sensibilisiert sind, können Sie gemeine Stechfliegen schnell erkennen und einzelne Exemplare mit der Fliegenklatsche oder einem kräftigen Schlag erledigen.

Stiche der gemeinen Stechfliege behandeln

Von der Stechfliege gestochen – und nun?

Wenn Sie gestochen werden, merken Sie es sofort. Der stechende Schmerz und die leichte Blutung an einer winzigen Stelle lassen sich nicht verdrängen.

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In ihrem großen Saugrüssel können gemeine Stallfliegen bis zu einer halben Stunde nach dem Stich eines infizierten Opfers aktive Bakterien und Viren verbreiten. Das kann zu heftigen Hautreaktionen und Entzündungen führen. Allergische Reaktionen und Juckreiz können ebenfalls auftreten. Die Stichfolgen sind mit einem Bremsenstich vergleichbar.

Hier helfen die Stichbehandlung mit Wärme, Kühlgels und die üblichen Mittel gegen Mückenstiche. Gehen Schwellung und Entzündungen auch dann nicht zurück, sollten sie einen Arzt aufsuchen.

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