Der richtige Umgang mit Bienen und Wespen

Wie sie Gefahren durch Bienen und Wespen erkennen

Wenn Sie im Sommer draußen Kaffee trinken, lassen ungeliebte Mitesser nicht lange auf sich warten. Hartnäckig umschwirren Wespen Sie auf der Suche nach süßer Nahrung. Die gelb – schwarze Färbung ist selbst kleinen Kindern bekannt und dient als Warnzeichen. Werden Sie von einer Biene oder Wespe gestochen, sind die Folgen deutlich heftiger als die von Mückenstichen, Bettwanzen oder Flöhen.

Deshalb geht es hier mal nicht um die blutsaugenden Insekten, sondern um die wehrhaften. Lesen Sie weiter und Sie erfahren mehr über Bienen und Wespen in Ihrer Nähe.

Verschiedene Bienen und Wespen erkennen

So unterscheiden Sie die Arten von Bienen und Wespen

Alle Bienen und Wespen gehören zu den Hautflüglern und besitzen einen Stachel, mit dem zur Abwehr Gift unter die Haut gepumpt wird. Auch wenn sie sich teilweise völlig unterschiedlich verhalten, ist allen Bienen und Wespen das Nest heilig. Hier werden sie zum äußersten gehen und nicht nur stechen sondern auch noch den Rest der Mannschaft zum Angriff motivieren.

Hier finden Sie die wichtigsten Arten von Bienen und Wespen, mit denen Sie in Kontakt kommen können.Die Reihenfolge ist bewusst nach der Wahrscheinlichkeit eines Stichs und der Gefährlichkeit der Insekten gewählt.

Hummeln – dick und unempfindlich gegen Kälte

Hummeln können gut mit Kälte umgehen - BitelingHummeln werden mit dem wissenschaftlichen Namen Bombus zusammengefasst und sind am ganzen Körper dicht behaart. Durch diesen Kälteschutz können sie bereits ab zwei Grad Celsius fliegen und kommen auch in höheren Regionen vor.

Am Mount Everest wurden sie auf einer Höhe von 5600 Meter gesehen. Unter Laborbedingungen wurde sogar nachgewiesen, das sie selbst in 9000 Metern Höhe noch fliegen könnten.
Hummeln haben einen glatten Stachel und einen unterentwickelten Stechapperat. Oft kommen sie nicht durch die Haut des Menschen, können jedoch schon mal stechen, wenn zum Beispiel ihr Nest bedroht ist und sie ihr Opfer mit Schwung anfliegen.

Im Gegensatz zu anderen Stechinsekten warnen Hummeln ihr Opfer mehrfach, bevor sie stechen. Dazu legen sie sich auf den Rücken, brummen lautstark und zeigen ihren Stachel.

Schon gewusstOhne Hummeln keine Tomaten

Hummeln legen zwar kaum Vorräte an Honig an, sind jedoch für die Bestäubung von Pflanzen sehr wichtig. Sie sammeln länger Nektar als Bienen und bestäuben bis zu 2000 Blüten täglch.

Deshalb werden sie kommerziell gezüchtet und für die Bestäubung von Tomaten eingesetzt. Nur Australien muss leider darauf verzichten, denn das Gesetz verbietet die Einfuhr nicht einheimischer Tiere strikt.

Feldwespen bleiben dem Menschen fern

Sechs verschiedene Arten Feldwespen sind in Mitteleuropa verbreitet. Ihre Nester aus kleinen,offenen Waben werden an einem zentralen Stil an Holz, Steinen oder Pflanzenstängeln befestigt und hängen nach unten. Sie können sie gelegentlich an Scheunen oder Grillhütten entdecken, wo Feldwespen oft Dachüberstände für ihre Nester nutzen. An heißen Tagen können sie beobachten, wie die Tiere mit fächelnden Flügeln die Temperatur im Inneren der Waben regulieren.

Stachel, Stechapparat und Verhalten unterscheiden sich kaum von anderen Wespenarten. Dem Wespennest  bleiben Sie besser fern, denn die relativ friedfertigen Wespen greifen bei Bedrohung des Nestes an.

Bedrohliche wirkende Hornissen sind scheu und friedlich

Hornissen gehörten wie die gemeine Wespe oder die deutsche Wespe zu den Faltwespen. Die Königin mit Ihren stolzen fünfunddreißig Millimetern kann einen gehörigen Schrecken hinterlassen. Hornissen fliegen sehr schnell und fliehen bei Bedrohung.

Sie haben einen glatten Stachel und einen gut ausgebildeten Stechapparat. Die Wirksamkeit ihres Giftes ist weniger stark als das von Bienen und Wespen. Es enthält allerdings den Neurotransmitter Acetylcholin. Dadurch und durch die Größe des Stachels ist der Stich einer Hornisse sehr schmerzhaft.

Hornissenstiche sind sehr selten, denn sie stechen nur wenn sie gequetscht werden oder ihr Nest bedroht ist. Das verteidigen sie im Umkreis von zwei bis sechs Metern, bei häufiger Störung auch in weiterem Umkreis. Häufiges Rasenmähen in unmittelbarer Nähe oder mal gucken, wie es im Nest aussieht, vermeiden Sie besser.

Schon gewusstAuf gute Nachbarschaft

Ein Hornissennest in der Nähe kann durchaus auch Vorteile haben. Sie mögen nichts Süßes, sondern ernähren sich von anderen Insekten und im Herbst auch von Fallobst. Bis zu einem halben Kilo Insekten kann ein Hornissenvolk vernichten.

Kommen sie einmal an Ihren Kaffeetisch, dann nur um Wespen zu fangen, die gerade mit Ihrem Kuchen beschäftigt sind. Mit ihnen als Beute fliegen sie sofort zum Zerlegen weg.

Die Gemeine Wespe ist aggressiv und unberechenbar

Vier Arten der gemeinen Wespe gibt es in Europa. Von allen Wespenarten ist sie am weitesten verbreitet und oft in der Nähe des Menschen zu finden. Sie bauen ihr Nest in Maulwurf- und Mäusebauten, auf Dachböden, in Rollladenkästen und sonstigen Hohlräumen an Gebäuden. Das Nest ist von einer kugelförmigen Nesthülle umgeben und besitzt unten ein Einflugloch.

Gemeine Wespen sind sehr hartnäckig am Kaffeetisch

Diese Wespen sind nicht nur hartnäckig und lästig sondern auch sehr aggressiv und unberechenbar. Da sich erwachsene Wespen von zuckerhaltigen Pflanzensäften ernähren, umkreisen sie auch unermüdlich Ihre süßen Getränke oder Kuchen.

Eine heftige Bewegung oder das Übersehen eines Nests können bereits dafür sorgen, das Sie gestochen werden. Dabei setzen die Tiere sogenannte Alarmpheromone frei, die weitere Wespen zum Stechen animieren.

Die Honigbiene verteidigt sich bis zum bitteren Ende

Die westliche oder europäische Honigbiene ist für die Imkerei die bedeutendste Art.  Mehrere Unterarten haben sich im Laufe von mehreren tausend Jahren gebildet, in denen Menschen den Honig ernten.
Wilde Völker bauen ihre Nester in Höhlen, während Zuchtbienen natürlich in Bienenkästen gehalten werden.

Honigbienen bezahlen den für Stich eines Menschen meistens mit dem Leben - BitelingHonigbienen werden sehr aggressiv, wenn Sie ihrem Nest zu nahe kommen. Ihr Stachel mit Widerhaken war ursprünglich ein Legestachel. Heute ist er vorwiegend zur Verteidigung gegen andere Insekten geeignet, denn im Chitinpanzer bleibt der Stachel nicht stecken.

Wenn Sie allerdings von einer Biene gestochen werden, bleibt der Stachel an den Widerhaken in der Haut hängen. Dabei werden Stachel samt Giftblase heraus gerissen. Die Biene stirbt an dieser tödlichen Verletzung, während ihre Giftblase weiterhin etwa 0,1 Milligramm Gift in Ihren Körper pumpt.

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Doch das ist nicht alles. Wenn die Biene ihren Stachel verliert, werden Alarmpheromone freigesetzt. Weitere Bienen fliegen zum Stechen genau die Stelle an, an der Sie bereits gestochen wurden. Deshalb sollten Sie sofort die Flucht ergreifen, wenn Sie in der Nähe des Baus gestochen wurden.

Schutz vor Bienen und Wespen

Verhaltensregeln gegen Bienen- und Wespenstiche

Grundsätzlich sind Ihnen die Insekten nicht böse gesinnt – im Gegenteil. Bienen sammeln unseren Honig, Hornissen, Hummeln und Wespen fressen Schadinsekten. Wenn Sie sich richtig verhalten, kommen Sie mit Bienen und Wespen in Ihrer Nachbarschaft ohne Probleme klar.

  • Trinken Sie aus Gläsern und nicht aus geschlossenen Gefäßen wie zum Beispiel Dosen. Besser Sie sehen, was darin schwimmt!
  • Bewegen Sie sich ruhig und gelassen, denn Bienen und Wespen empfinden hektische und hastige Bewegungen als Gefahr. Wenn Sie wild um sich schlagen, werden Sie sicher gestochen.
  • Tragen Sie Schuhe im Freien. Selbst auf kurzem Rasen kommt Klee vor, den Bienen mögen. Auch Wespen nisten und leben im Boden.Langärmelige Kleidungsstücke und lange Hosen schützen Sie bei der Gartenarbeit vor Angriffen.
  • Bringen Sie ein Insektengitter an Ihrem Schlafzimmerfenster an, wenn sie es offen stehen lassen.
Insektenschutzgitter gegen das Eindringen von Bienen und Wespen
  • Vermeiden Sie auch das Tragen weiter und fliegender Kleider. Auch in grellen Stoffen und Blumenmustern können sich Insekten verfangen.
  • In Mülltonnen, Abfallkörben und in der Nähe von Fallobst sollten sie verstärkt auf Bienen und Wespen achten. Auch in alten Ästen und Baumstümpfen haben Wespen oft ihr Nest.
  • Stark duftende Parfüms meiden Sie besser, auch stark duftende Haarsprays und Cremes können Insekten anlocken.
  • Schützen Sie einen offenen Kinderwagen mit einem speziellen Moskitonetz. Babys wissen noch nicht, das sie mit den bunten Fliegern nicht spielen dürfen.
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Stiche von Bienen und Wespen behandeln

Sie wurden gestochen – und nun?

Einen Bienen- oder Wespenstich spüren Sie selber sofort und meistens sehen Sie das Insekt noch wegfliegen. Kinder hingegen werden mit lautem Gebrüll darauf aufmerksam machen, das sie gestochen wurden. Von was genau finden Sie vielleicht durch intensives Befragen heraus.

Die Reaktionen des Körpers werden ausschließlich durch das Gift hervorgerufen , wobei die Stichfolgen in mehrere Stufen unterteilt sind.

Normale Reaktion auf einen Stich durch Bienen und Wespen

Das Gift sorgt dafür, das an der Einstichstelle eine Schwellung mit weniger als zehn Zentimetern Durchmesser entsteht. Nach einem Tag lassen Juckreiz und Rötung bereits nach. Diese Wirkung kann mit Gels, Antihistaminika, wie sie auch gegen Mückenstiche helfen, gemindert werden.

Wenn Sie mehr zu Mitteln gegen Mückenstiche wissen wollen, klicken Sie hier

DLRG – Helfer setzen nach einer Testphase im Jahr 2008 den Bite away der Riemser Arzneimittel AG deutschlandweit für die Behandlung von Wespenstichen ein. Diese Stichheiler können Sie auch bei kleinen Kindern oder Schwangeren verwenden.

Wenn Sie mehr über die Stichbehandlung mit Wärme wissen wollen, klicken Sie hier.

Behandlung von Bienen- und Wespenstichen durch den Arzt

Wenn die Stichreaktionen heftiger als gewöhnlich ausfallen, helfen Ihnen Hausmittel, Gels oder Antihistaminika möglicherweise nicht mehr. Jetzt suchen Sie besser den Arzt oder bei einer Allergie gegen Bienen- und Wespenstiche auch sehr schnell die Notaufnahme auf.

Große Lokalreaktion nach einem Stich durch Bienen und Wespen

Die Größe der Schwellung beträgt mehr als 10 Zentimeter und kann die Größe eines Handballs erreichen. Bei kleinen Kindern schwillt möglicherweise die ganze Extremität an. Schwellung und Rötung bleiben länger als einen Tag erhalten. Besonders wenn der Stich sich nach über einem Tag nicht bessert, suchen Sie besser einen Arzt auf.

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Allergische Reaktionen auf das Gift von Bienen und Wespen

Bei manchen Menschen kommt es zu heftigen allergischen Reaktionen nach dem Stich von Bienen und Wespen. Bei sechzig Prozent aller Fälle treten sie bereits zwanzig Minuten nach dem Stich auf.

Bei Asthma oder sonstigen Reaktionen in den Atemwegen können die Reaktionen auch erst nach mehreren Stunden auftreten, wenn Sie gar nicht mehr damit rechnen.

Die Anzeichen für eine allergische Reaktion wurden sind in vier Grade unterteilt.

Erster Grad Nesselfieber, Juckreiz, Unwohlsein und starkes Angstgefühl
Zweiter Grad Übelkeit, Brechreiz oder Durchfall, Engegefühl in der Brust
Dritter Grad Schluckbeschwerden, leichte Schwellung der Zunge, Atemnot, Heiserkeit, Schwächegefühl, Benommenheit, Todesangst
Vierter Grad Blutdruckabfall, Bewußtlosigkeit, Kollaps

Haben Sie einen Verdacht auf eine allergische Reaktion oder der Stich befindet sich in Rachen oder Hals, müssen Sie umgehend zum Notarzt, denn diese Zustände sind lebensbedrohlich.

Wenn bei Ihnen oder Ihrer Familie eine Allergie auf Bienen- oder Wespenstiche besteht, können  Sie sich immunisieren lassen oder ständig ein Notfallset mit sich führen. Besprechen die die Möglichkeiten am besten mit Ihrem Arzt.

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